Freiarbeit

Die Kinder wählen nach eigener Entscheidung, womit sie sich beschäftigen. Das Montessori-Material, die Darbietung sowie die gute Beobachtungsgabe des Erziehers helfen dem Kind dabei, sich für ein Angebot zu entscheiden. Dann bestimmt das Kind weitgehend selbst den Arbeitsrhythmus, die Beschäftigungsdauer und auch, ob es allein oder mit einem Partner arbeiten, spielen oder lernen möchte. Die Konzentration und Selbstdisziplin lassen eine ruhige und entspannte Atmosphäre entstehen.

 

Vorbereitete Umgebung

Sie hilft dem Kind, sich zurecht zu finden und sich wohl und geborgen zu fühlen. Ein Kind kann sich frei entfalten, wenn es eine Umgebung vorfindet, die seiner Größe, seinen Kräften und Fähigkeiten entspricht.
Das Material ist übersichtlich geordnet und auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt.
Es befindet sich in offenen Regalen und ist für jedes Kind jederzeit zugänglich.

 

Das Montessori-Material

Das Besondere am Montessori- Material:

  • es ist nur einmal im Gruppenraum vorhanden (fördert die Überschaubarkeit und bedient den sozialen Aspekt,- die Kinder müssen sich untereinander über den Gebrauch einigen)
  • es befindet sich gut sichtbar in bestimmter Anordnung an einem festgelegten Platz
  • Zusammengehörigkeit soll erkennbar sein (Tabletts, Körbchen, Farbigkeit)
  • Vollständigkeit ist natürlich Voraussetzung für die Tätigkeit mit dem Material
  • besitzt durch seine ästhetische Beschaffenheit hohen Aufforderungscharakter
  • ist klar und logisch aufgebaut
  • führt vom Einfachen zum Komplizierten und vom Konkreten zum Abstrakten
  • geht vom Ganzen ins Detail
  • wird definiert über Paarzugehörigkeit und Fehlerkontrolle (das Kind ist selbst in der Lage, die Richtigkeit seiner Arbeit zu überprüfen und sich Erfolgserlebnisse zu schaffen)
  • durch Isolierung einer Eigenschaft eines Materials (z. B. Farbe, Dimension, Form usw.) kann sich das Kind darauf konzentrieren, wird nicht abgelenkt und lernt klar abstrahieren, klassifizieren und analysieren
  • ist vielschichtig aufgebaut und spricht verschiedene Sinne an, fördert Wahrnehmungsvermögen, Begriffsbildung sowie Muskelerziehung des Greifens, die Koordination der Bewegung sowie die Bildung von Ordnungsstrukturen


Das Kind kann Dinge sehen, hören, fühlen, tasten, riechen, schmecken, - es kann vergleichen, ordnen, benennen; es lernt durch Nachahmung den Umgang mit den alltäglichen Dingen des Lebens.
Es untergliedert sich in die Bereiche:

  • Sinnesmaterial (z. B. Einsatzzylinder, Tastbretter)
  • Übungen des praktischen Lebens (z. B. Rahmen mit Verschlüssen, Schuhe putzen)
  • Sprachmaterial (z. B. Sandpapierbuchstaben, Lesehefte mit Bild und Wort)
  • Mathematikmaterial (z. B. Numerische Stangen, Goldenes Perlenmaterial)
  • Kosmischer Bereich (z. B. Länderpuzzle mit Fahnen, Biologische Karten)

 

Der Montessori-Erzieher

Seine Aufgabe besteht zum einen darin, das Kind bei seiner Tätigkeit zu beobachten. Er befindet sich  in einer Erwartungshaltung, denn erst in der Tätigkeit des Kindes zeigt sich der Entwicklungsstand (Kind muß sich  „offenbaren“). Zum anderen erkennt er den richtigen Moment, dem Kind seine Hilfe anzubieten. Geduldig erklärt er den Gebrauch des Materials und unterstützt den Umgang damit. Der Erzieher achtet das Kind in seiner Persönlichkeit und gibt dem Kind die Chance, Eigenaktivität zu entfalten und Selbständigkeit zu erlangen.
Er ist verantwortlich für die Gestaltung der Umgebung, hält das Material funktionstüchtig, kann aufbauend auf die derzeitigen sensiblen Phasen die Angebote variieren (betrifft soziale Kontakte, bestimmte didaktische Inhalte usw.). Der Erzieher bestimmt Regeln und Grenzen in der Gemeinschaft und sorgt für eine Atmosphäre der Rücksichtnahme und wechselseitiger Akzeptanz.